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Hintergründe
Einleitung
Hieronymus Bosch verbrachte sein ganzes Leben - abgesehen von seinem vermutlichen Aufenthalt in Venedig - in `s-Hertogenbosch. Er galt als angesehener und gläubiger Bürger seiner Stadt1.
Er lebte in einer Zeit, wo der Alltag der Menschen geprägt war von Angst vor der Pest, Angst vor Überfällen, Angst vor den Patriarchen und dem gewaltbereiten Plebs, in einer Zeit, in der die Kirche an innerem Sittenzerfall krankte und Andersgläubige aufs Brutalste verfolgte, während sie predigte, die Erde sei Gottes Reich der Liebe. Dies führte dazu, dass viele Menschen Zuflucht suchten im Aberglauben und der Hexerei.
Wie ist es möglich, dass unter diesen Gegebenheiten Kunstwerke entstehen, die anders sind als alle anderen jener Zeit?2
Nicht nur Hieronymus Bosch, sondern alle Kunstschaffenden jener Zeit lebten von den Aufträgen der Kirche, des Adels und der reichen Patrizier3. Die Kunstwerke beinhalteten vorwiegend religiöse Themen und orientierten sich an der christlichen Ikonographie4.
In den Bildern von Hieronymus Bosch wird zudem immer wieder eine Anspielung auf das dualistische Weltbild der geheimen Sekte der Katharer5 gesehen, weshalb wir uns hier insbesondere mit der Frage beschäftigen wollen, ob Bosch ein Katharer war, ein kirchentreuer Christ, vielleicht ein ketzerischer Irrer, ein Mystiker oder ein Visionär.
1 L. Harris: Hieronymus Bosch und die geheime Bildwelt der Katharer, Verlag Urachhaus Stuttgart, 1996, S. 34
2 Neue Enzyklopädie der Kunst, Deutscher Bücherbund GmbH Stuttgart 1982, Band 4, S. 612
3 Koldeweij, Vandenbroeck, Vermet, Hieronymus Bosch – Das Gesamtwerk, Belser Verlag Stuttgart, S. 27
4 Ebd., S. 64
5 R. Beiderbeck: Die Religion der Katharer (www.inet-p.de/kathglaub.htm)
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